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Beitrag: Aufsichtsrat und Rechnungslegung – Teil 2: Hinweise für die Praxis 2018-03-07T13:05:11+00:00

AUFSICHTSRAT UND RECHNUNGSLEGUNG – TEIL 2: HINWEISE FÜR DIE PRAXIS

Zu technischen Aspekten des Rechnungslegungsprozess sollten z.B. folgende Fragen beantwortet werden können:

  • Wird die Konsolidierungstechnik verstanden?
  • Wurden Bilanzierungswahlrechte genutzt? Mit welchem Effekt?
  • Können die Auswirkungen wesentlicher Geschäftsvorfälle auf die Bilanz und die GuV erläutert werden?
  • Hat die Revision das Rechnungswesen bzw. am Jahresabschluss mitwirkende Bereiche geprüft?
  • Wenn ja, mit welchen Ergebnissen? Wenn nein, warum wurde nicht geprüft?

Die Sprachfähigkeit bezüglich inhaltlicher Themen des Rechnungslegungsprozess lässt sich z.B. über folgende Fragestellungen herleiten:

  • Können die Abweichungen vom Planwert zum erreichten Ergebnis erläutert werden?
  • War der Aufsichtsrat frühzeitig bei signifikanten Abweichungen als Kontrollinstanz informiert und als beratender Sparringspartner involviert?
  • Passen die Ergebnisse zur Mittelfristplanung?
  • Können die zugrunde liegenden Annahmen der Planung erläutert werden und wurden diese vom Gremium als plausibel erachtet?
  • Was waren die Treiber in der Bilanz und der GuV?
  • Entspricht dies den Erwartungen und besteht somit ein Einklang zur Strategie?
  • Wurden für wesentliche Entscheidungen (z.B. Sale-and-lease-back von Immobilien) Szenarien gerechnet und diskutiert
  • Welche Risiken bzw. Geschäfte werden nicht in der Bilanz abgebildet (sog. Off-balance-Geschäfte)?
  • Werden die angesprochenen Geschäfte inklusive möglicher Risikovorkehrungen (z.B. Hedging) verstanden?
  • Auf welche bilanzpolitischen Maßnahmen hat der Aufsichtsrat Einfluss genommen und warum?

Letztlich sollten Aspekte rechtlichen bzw. regulatorischen Ursprungs des Rechnungslegungsprozess aufgearbeitet werden:

  • Gefährden neue Regelungen einzelne Ertragsquellen oder gar das gesamte Geschäftsmodell?
  • Werden in den Planungszahlen künftige Änderungen von Richtlinien, etc. angemessen berücksichtigt?
  • Laufen aktuell Verfahren mit nennenswerten Streitwerten oder ist mit gerichtlichen Auseinandersetzungen zu rechnen?
  • Wie wurde hierfür vorgesorgt?

Die Fokussierung auf den Rechnungslegungsprozess ist zwar durchweg gegeben, doch ist die Grenze zu anderen maßgeblichen Themenbereichen (z.B. Strategie oder Risikomanagement) oftmals fließend.

Die vorgenannten Fragen zum Thema Aufsichtsrat und Rechnungslegung sind daher nicht als vollständige Auflistung zu verstehen – eher als eine Anregung, die zu den tatsächlichen Knackpunkten führt. Zur Sicherstellung der inhaltlichen Vollständigkeit, der strukturierten Aufbereitung der Themen, des ggf. erforderlichen Kompetenzaufbaus sowie der effizienten Durchführung eines Vorbereitungsworkshops ist oftmals die externe Unterstützung die bevorzugte Wahl. Zumindest bei erstmaligen Prozessen im skizzierten Umfang kann das Unternehmen eigene Ressourcen schonen und von den Vergleichsmöglichkeiten der externen Begleiter profitieren.

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